Gamescom endet mit Rekord

Foto: epa/Sascha Steinbach
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KÖLN (dpa) - Die Gamescom als weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele ist nach fünf Tagen mit einem Rekord - aber auch Kritik an der Branche - zu Ende gegangen. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, warf der Computerspielebranche vor, sie unternehme zu wenig für den Schutz Jugendlicher vor Spielsucht. Mit Blick auf die Gamescom sagte die CSU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur, sie habe die Spielewirtschaft schon vor einem Jahr auf «die suchtfördernden Elemente von Spielen» aufmerksam gemacht. Die Resonanz sei «ziemlich enttäuschend».

Auch Gegenvorschläge habe es auch nicht gegeben, beklagte Mortler. «Ich kann daraus nur schließen, dass die Branche kein sonderliches Interesse hat, besser vor Suchtgefahren zu schützen.»

Die Gamescom ging am Samstag laut Koelnmesse mit einem Besucherrekord zu Ende. Mehr als 350.000 Besucher aus 106 Ländern seien seit Dienstag in die Hallen geströmt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Messe in der Domstadt eröffnet und dabei die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung digitaler Spiele hervorgehoben. Sie seien «Kulturgut, Innovationsmotor und Wirtschaftsfaktor von allergrößter Bedeutung». Die Branche bezeichnete sie als «starken Pfeiler der deutschen Wirtschaft».

«Das war ein Ritterschlag für die Gamescom und die ganze Branche», betonte der Geschäftsführer des Branchenverbands BIU, Felix Falk. «Und das wurde auch in der Branche wahrgenommen.» Die Würdigung von «allerhöchster Ebene» habe auch weltweit die Wahrnehmung der Messe gestärkt. Mehr als 150 Politiker aller großen Parteien seien diesmal nach Köln gekommen. Die Gamescom habe mehr Zulauf als die IFA in Berlin und die CeBIT in Hannover.

Deutschland gehört zwar international zu den wichtigsten Märkten für digitale Spiele, aber hierzulande tatsächlich entwickelte Spiele sind rar. Merkel hatte angekündigt, nach der Bundestagswahl zusammen mit allen Akteuren neue Fördermöglichkeiten zu entwickeln.

Die Drogenbeauftragte Mortler erklärte: «Die Digitalisierung ist eine Riesenchance für unsere Gesellschaft. Wir müssen aber zur Kenntnis nehmen, dass die Digitalisierung auch Folgen hat, auf die wir reagieren müssen.» Internetabhängigkeit in ihren verschiedenen Ausprägungen sei mittlerweile unter jungen Menschen zu einer echten Herausforderung geworden. Laut Krankenkassen-Studie DAK-Gesundheit von 2016 sei jeder zwölfte männliche Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 25 Jahren von Computerspielen abhängig.

Parallel zur Messe lockte das Gamescom City Festival mit Musik, Spielen und kulinarischem Angebot viele Besucher. Auf einigen zentralen Plätzen in Köln gab es am Sonntag noch einmal ein buntes Bühnenprogramm. Insgesamt erwarteten die Veranstalter gut 100.000 Besucher zu dem Straßenfest.

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