Fast 100 vor Schmuggel bewahrte Schuppentiere gestorben

Foto: epa/Rungroj Yongrit
Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK (dpa) - Erst gerettet, dann doch verendet: Fast 100 artengeschützte Schuppentiere sind in Obhut der Behörden gestorben. Die tannenzapfenförmigen Insektenfresser seien während der Fahrt zu Pflegestationen mangelhaft versorgt worden, sagte ein Tierarzt am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die verendeten Tiere gehörten zu etwa 136 ihrer Art, die am vergangenen Mittwoch im Süden des Landes als Schmuggelgut vom Zoll entdeckt worden waren.

Während des anderthalb Tage dauernden Transports zu Pflegestationen hätten sie weder Futter noch Wasser bekommen und in dem Lastwagen zudem unter Platzmangel sowie Hitze gelitten, sagte Veterinär Benjarong Sangkharak. «Von den 106 Exemplaren, die wir in Pflege bekamen, sind nur 40 übrige geblieben. Ich hoffe, dass von diesen nun mindestens zehn Prozent überleben».

Die Schuppentiere hätten sofort Wildhütern und Tierärzten übergeben werden müssen, sagte Edwin Wiek von der Tierschutzgruppe Wildlife Friends Foundation Thailand. Stattdessen seien sie zunächst über Nacht 300 Kilometer nach Bangkok für eine Pressekonferenz gebracht worden und anschließend weitere 200 Kilometer zu einem Plfegezentrum.

Die in Afrika und Teilen Asiens lebende Tierart ist das einzige Säugetier, das Hornschuppen hat; ihr Handel ist nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen CITES verboten. Dennoch ist gerade die Nachfrage aus China groß: Dort wird den Schuppen besondere heilende Wirkung zugeschrieben.

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Leserkommentare

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Wieland Wenz 06.09.17 09:14
Doch kein Engpass bei den Chinesen
Die sind jetzt wohl schon fuer die TCM "verarbeitet", die auch in TH reissenden Absatz hat!