Facebook probiert bei «Fake News» lernende Computer aus

Foto: epa/Gian Ehrenzeller
Foto: epa/Gian Ehrenzeller

MENLO PARK (dpa) - Facebook will im Kampf gegen gefälschte Nachrichten stärker selbstlernende Software einsetzen. Damit soll unter anderem ermittelt werden, welche auf der Plattform weiterverbreitete Berichte den mit Facebook kooperierenden Faktenprüfern vorgelegt werden sollen, sagte Facebook-Managerin Tessa Lyons der Deutschen Presse-Agentur. Neben Beiträgen, deren Wahrheitsgehalt angezweifelt wird, soll mit dem Hinweis «Mehr zum Thema» deren journalistische Gegendarstellung angezeigt werden. In Deutschland arbeitet Facebook dafür mit dem gemeinnützigen Recherchebüro Correctiv zusammen.

Der Test mit der prominenten Anzeige der Faktenprüfer-Beiträge wurde am Donnerstag neben Deutschland auch in den USA, Frankreich und den Niederlanden gestartet.

Facebook wolle selbst nicht entscheiden, ob ein Nachrichtenbeitrag korrekt oder falsch sei, bekräftigte Lyons. Die selbstlernende Software stütze sich derzeit bei der Auswahl möglicherweise zweifelhafter Inhalte auf Hinweise und Kommentare der Nutzer. Mit der Zeit wolle man damit das Erkennen gefälschter Nachrichten immer weiter verbessern.

Die Ausbreitung gefälschter Nachrichten bei Facebook hatte im US-Präsidentschaftswahlkampf im vergangenen Jahr für viel Aufsehen und Kritik gesorgt. Das Online-Netzwerk verschärfte in den vergangenen Monaten das Vorgehen dagegen immer weiter. Dabei geht es zum einen darum, die finanziellen Anreize einzudämmen - ein Großteil der gefälschten Nachrichten wurde laut Facebook verbreitet, um mit Klicks Geld zu verdienen. Zugleich räumte Facebook ein, dass versucht werde, die Plattform für politische Manipulation der Nutzer zu missbrauchen.

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Leserkommentare

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Jürgen Franke 08.08.17 17:31
Dann werden uns zukünftig
Kommentare von Dr. Ganser und Willy Wimmer nicht mehr zum Nachdenken zwingen.
Khun Wilfried Stevens 07.08.17 17:27
Gilt sicher nicht...
...für seriöse staatliche Medien, die nur grundehrliche Fakten liefern. Hier ist eine politische Manipulation zum Glück ausgeschlossen. Danke Facebook.