Schweizer unter Absturzopfern

Foto: epa/Maxim Shipenkov
Foto: epa/Maxim Shipenkov

MOSKAU (dpa) - Nach dem Absturz eines russischen Passagierflugzeugs mit 71 Menschen an Bord ist die Unfallursache weiter unklar. Die Einsatzkräfte fanden nahe der Absturzstelle zwei Flugschreiber. Einer habe zwar leichte Schäden, teilte der Zivilschutz des Moskauer Gebietes am Montag mit. Die Ermittler könnten die Daten aber auswerten, hieß es der Agentur Interfax zufolge.

Am Sonntag war das Flugzeug der russischen Saratow Airline wenige Minuten nach dem Start vom Moskauer Flughafen Domodedowo abgestürzt. Keiner der 65 Passagiere und 6 Crew-Mitglieder überlebte das Unglück, das sich im Bezirk Ramenskoje südöstlich von Moskau ereignete.

Als mögliche Gründe nannten Ermittler zunächst menschliches Versagen oder schwierige Wetterbedingungen. Auch mögliche Verstöße gegen die Flugsicherheitsvorschriften sollten untersucht werden. Das Flugzeug war unterwegs in die Stadt Orsk, die 1.500 Kilometer entfernt nahe der Grenze zu Kasachstan liegt. Die Untersuchungen sollen noch mindestens eine Woche dauern.

Die meisten Fluggäste waren Bewohner des Gebietes Orenburg, zu dem Orsk mit rund 230.000 Einwohnern gehört. An Bord waren Berichten zufolge auch drei Kinder und mindestens zwei Ausländer. Unter den Toten ist auch ein Schweizer, wie das Außenministerium in Bern bestätigte. Es soll sich um einen Ingenieur handeln, der beruflich nach Orsk reisen wollte. Die Gebiet Orenburg setzte am Montag einen Trauertag an.

Video-Drohnen wurden eingesetzt, um die Suche bei Eis und Schnee mit Aufnahmen der Absturzstelle zu unterstützen. Zudem sollten die Suchtrupps mit Schneemobilen ausgerüstet werden. Bislang fand man rund 400 Leichenteile auf einer Fläche von 12 Hektar Land.

Bereits am Sonntag gingen die Behörden davon aus, einen der Flugschreiber gefunden zu haben. Dies stellte sich jedoch als falsch heraus. Im Internet kursierten Videoaufnahmen einer Überwachungskamera, die zeigten, dass die Maschine hart auf einem Feld aufschlug und in Flammen aufging.

Das acht Jahre alte Flugzeug des Typs An-148 war nach Angaben der Airline erst im Januar durchgecheckt worden. Auch bei einer Überprüfung kurz vor dem Start seien keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. Die Airline gab dennoch am Montag bekannt, die Maschinen des Typs vorerst nicht einzusetzen.

Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Er wies die Regierung an, eine Untersuchungskommission einzusetzen. Es sei jedoch noch zu früh, um über die genauen Gründe des Absturzes zu diskutieren, sagte der Kremlsprecher Dmitri Peskow.

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