Einmal im Leben - Teil 3

Wichtige Details und Materialien für den Hausbau in Thailand

Unser Eigenheim nimmt Gestalt an, die Zahl der Schlafzimmer, Bäder, der Autostellplatz, europäische und Thai-Küche sowie ein schönes großes Dach. Nun geht es um wichtige Details und Materialien, damit man auch bei tropischem Wetter angenehm wohnen kann.

Thailand eignet sich wunderbar für kombiniertes Wohnen drinnen und draußen. Mit großen Schiebetüren wird das Wohnzimmer zum Bestandteil der Terrasse, alles wirkt großzügiger, auch Schlafzimmer können durchaus Schiebetüren zum Garten hin haben.

Außerdem sollte man die Gartengestaltung in die Grundrissplanung einbeziehen, vom Sofa aus sollte man nicht nur fernsehen können, sondern in den Garten, ggf. mit Pool und Wasserfall, schauen können. Und nicht, wie ich das vor einigen Jahren bei einem teuren Haus gesehen habe: obwohl das Grundstück groß und an einem Bach (fast schon Fluss) gelegen war, sah man von der Sitzecke direkt auf den Autostellplatz.

Wasservorrat sollte für drei Tage reichen

Ein Wassertank ist ein MUSS, denn Stadtwasser gibt es nirgendwo 24 Stunden an 7 Wochentagen. Dieser muss ausreichend dimensioniert sein, denn Wasserknappheit entsteht zumeist in der Trockenzeit, also wenn man auch noch den Garten wässern muss. Faustregel: der Vorrat sollte für drei Tage reichen, mehr ist besser. Eine Druckerhöhungspumpe gehört dazu, allerdings sollte die überbrückbar sein, denn auch diese geht mal kaputt, oder es ist Stromausfall, dann kann man direkt mit Stadtwasser „fahren“.

Badezimmer: man badet hier selten, dafür duscht man mehrmals täglich. Dass es in alten Condos immer Badewannen gibt, hat etwas mit alten Bauvorschriften zu tun, bei Umbauten nehme ich mind. 90 Prozent der Badewannen raus und ersetze diese durch eine Dusche. Diese kann man hier so groß planen wie man es sich wünscht, man ist nicht auf Standardmaße von Duschkabinen wie in Europa angewiesen, Duschtrennwände kann man recht günstig anfertigen lassen.

Einfachglas isoliert sehr schlecht

Fenster und Türen: ist der Dachüberhang ausreichend, und die Sonne scheint nicht rein, braucht man kein getöntes Glas und muss dementsprechend tagsüber kein Licht einschalten, um zu lesen! Da hier ohne tragende Wände gebaut wird (Fachwerk) kann man überall Fenster anbringen oder gar ganze Wände mit Glas ersetzen. Man sollte allerdings bedenken, dass man genügend Stellflächen, z.B. für Schränke hat und auch mal ein Bild aufhängen will. Einfachglas isoliert sehr schlecht gegen Lärm von draußen, und man braucht mehr Energie für die Klimaanlage.

Holzfenster sehen bei einem mediterranen oder Thai-Bali-Haus sehr gut aus, müssen aber gepflegt, z.B. alle paar Jahre neu bearbeitet werden. Billiges Holz vermodert und wird von Termiten gefressen, also hier nicht sparen. Auch teures Holz „arbeitet”, man muss da schon mal je nach Jahreszeit kleine Spalten in Kauf nehmen.

​Mag man das nicht, muss man auf Aluminium oder Kunststoff zurückgreifen – hier ist es einfacher, mit Isolierglas gegen Außenlärm und Kälteverlust zu arbeiten. Gibt es heutzutage in allen möglichen Farben und Oberflächen, mehr als man in den meisten örtlichen Glasereien sieht.

Eingangstüren: es macht keinen Sinn, diese einbruchssicher zu gestalten, wenn man jedes Fenster mit dem Schraubenzieher aufbekommt. Vergittert man diese, gehen die Einbrecher durchs Dach und schneiden die Gipsdecke auf. Vergitterte Fenster sehen nicht nur nicht schön aus und gaukeln Sicherheit vor (oft kann man die mit einem Wagenheber aus der Wand reißen), sondern sind bei einem Brand regelrechte Fallen: man kommt nicht mehr raus! Oder, was einem Bekannten passiert ist: beim Rauchen eingeschlafen und das Bett angesteckt. Ohne Gitter hätte er die Bettwäsche und Matratze einfach aus dem Fenster werfen können, so ist ihm ein Teil des Hauses abgebrannt.

Feuerschutz nicht vernachlässigen

Stichwort Feuer: auch in Thailand können Häuser brennen, trotzdem haben erschreckend viele Hauseigentümer weder eine Versicherung noch einen Feuerlöscher. Dieser sollte regelmäßig gewartet werden, nach 5 Jahren geht der meistens nicht mehr (und so oft braucht man den ja doch nicht – aber wenn es brennt, sollte er funktionieren). Ein Wasserschlauch reicht nicht immer, es gibt Materialien, die man nur mit Schaum löschen kann.

In kalten Ländern ist heute Fassadenisolierung zumeist Bestandteil der Bauvorschriften. Hier ist es andersherum, draußen meistens wärmer als man es sich drinnen wünscht. Zur Isolierung empfiehlt sich die Verwendung von Gasbetonsteinen oder doppelwandiges Mauern mit Styropor zwischen den Wänden. Übrigens ist die im Styropor eingeschlossene Luft der Isolator!

Warme Luft steigt nach oben, was man in Europa vermeiden will (also niedrigere Decken), aber in Thailand wünschenswert ist. Am besten hohe Innendecken mit Lüftungsschlitzen, so dass die heiße Luft in den Dachstuhl gelangt und von dort ebenfalls durch Lüftungsschlitze oder die selbstdrehenden „Pilze“ austritt.

Damit sind wir beim Dach: es geht nichts über das sogenannte Satteldach mit genügend Luftraum als Isolator. Flachdächer sind „in“, aber auch problematisch. Auch diese sollten eine Luftschicht als Isolator haben (obwohl aus optischen Gründen diese viel kleiner ist als bei konventionellen Dächern und deshalb weniger wirkt).

Beton alleine ist nicht wasserdicht, sondern man muss Chemikalien dazumischen und außerdem noch Isoliermasse verwenden – trotzdem ist Ärger vorprogrammiert: es gibt oft genug Risse durch Materialausdehnung, und was noch häufiger vorkommt: die Wasserabflüsse verstopfen (Blätter, Vogelfedern usw.), das Wasser kann nicht abfließen, steigt an und dringt durch die Mauer ins Haus.

Über den Autor

Heiner Moessing ist Gründer und Geschäftsführer der Immobilienfirma Siam Properties und seit über 18 Jahren in Pattaya tätig. Er freut sich über Anregungen und Fragen zu allen Themen rund um den Kauf, Bau, Umbau und die Vermietung von Immobilien. 

Kontakt: Tel.: 081-861.1907

E-Mail: info@siamproperties.net

Webseite: www.siamproperties.net

Heiner Moessing ist Gründer und Geschäftsführer der Immobilienfirma Siam Properties und seit über 18 Jahren in Pattaya tätig. Er freut sich über Anregungen und Fragen zu allen Themen rund um den Kauf, Bau, Umbau und die Vermietung von Immobilien. 

Kontakt: Tel.: 081-861.1907, E-Mail: info@siamproperties.netwww.siamproperties.net

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