Eine Fahrt in den Süden bringt Neuigkeiten

„Surat 2“ entdeckt und zwei große Muskatnussbäume in den Garten importiert

Die seltsame gelbe Papaya haben wir unweit von Surat Thani gesehen und ein paar Samen davon bekommen. Fotos: hf
Die seltsame gelbe Papaya haben wir unweit von Surat Thani gesehen und ein paar Samen davon bekommen. Fotos: hf

Ein deutscher Kunde in der Nähe von Surat Thani hat eine große Menge von unseren seltenen Pflanzen bestellt. Also packen der Thai-Schwager und die Gärtner den Pick-up voll, und wir fahren los: „On the road again.“

Mit dem Löffelbagger pflanzen wir die neuen Bäume.
Mit dem Löffelbagger pflanzen wir die neuen Bäume.

Im Prinzip machen mir solche Fahrten in Thailand großen Spaß, weil man dabei immer viel Neues sieht und lernt. Aber für einen bald 60-Jährigen sind über 1.600 km in zwei Tagen nun doch etwas gar anstrengend. Ich denke, das nächste Mal, wenn so eine Lieferung ansteht, packen wir am Morgen – das nimmt bei einer so großen Bestellung gerne vier Stunden in Anspruch – fahren gegen Mittag los und übernachten nach der Dämmerung irgendwo.

Ein Querschnitt aus der ganzen Welt

Gewürznelken, Kakao, Cashewnüsse, Belem-, Rio- und Stachelbeerguaven, Oliven, Muskatnuss, Zimt, gelbe Zitronen, Gac, veredelte Avocados und einen Baobab will der Deutsche in der Nähe von Surat Thani in seinem riesigen Garten pflanzen. Lange hat er all das gesucht und nicht gefunden, bis er auf unsere Webseite stieß. Dann war alles sehr rasch organisiert und angeleiert. Dieser pflanzliche Querschnitt aus der ganzen Welt ist unterwegs: Um 5.30 Uhr, es ist noch dunkel, fahren wir los.

Die Muskatnüsse sehen sagenhaft interessant aus.
Die Muskatnüsse sehen sagenhaft interessant aus.

Google Maps weist uns den Weg zuverlässig zum vereinbarten Treffpunkt, wo uns der Deutsche empfängt und durch die militärische Kontrolle bringt: Sein Haus liegt im militärischen Sperrgebiet. Helfer entladen rasch den Wagen und nach etwa einer Stunde che­cken wir in ein nahegelegenes Hotel ein, gehen essen und dann schon bald schlafen.

Am nächsten Morgen geht es gegen 7 Uhr zurück. Viele Ölpalmen werden in der Umgebung von Surat Thani angebaut, und einige dieser höchst produktiven Pflanzen wollen wir uns sichern. Im Discovery Garden Pattaya hatten wir zwei recht große Ölpalmen, aber wir haben sie mit dem Löffelbagger ausgegraben und verschoben, dabei sind sie leider kaputtgegangen. In einer auf Ölpalmen spezialisierten Gärtnerei erwerben wir 20 Stück der Neuzüchtung „Surat 2“, die besonders viele Früchte liefert. Palmöl wird häufig zum Kochen benutzt.

Der Mensch ist wieder einmal schuld

In drei Jahren sollten diese Ölpalmen Früchte tragen.
In drei Jahren sollten diese Ölpalmen Früchte tragen.

Leider hat die hohe Produktivität der Ölpalmen auch sehr negative Folgen: Weil die Erträge so hoch sind, werden weltweit riesige Flächen in schädlichen Monokulturen angebaut. Dadurch werden viele Dschungelgebiete gerodet, die Biodiversität geht flöten. Wieder einmal ist die Gier des Menschen an allem schuld.

Wir sehen auch seltsam gelbe Papayas auf unserer Fahrt in den Süden, mit roten Stängeln. Die freundliche Besitzerin schenkt uns eine Frucht, und die Samen davon sind bereits im Treibbeet.

Auslieferung der bestellten Bäume.
Auslieferung der bestellten Bäume.

Vor mehr als einem halben Jahr haben wir in der Nähe von Chumphon zwei rund 6 Meter hohe Muskatbäume bestellt und anbezahlt. In der Regenzeit wurden sie ganz langsam und sorgfältig ausgegraben. Sie tragen bereits Früchte, sind also weiblich, etwa zehn Jahre alt. Welches Geschlecht sie haben, sieht man erst nach etwa sieben Jahren. Die männlichen Bäume taugen rein gar nichts – wie im wirklichen Leben – man kann sie gleich fällen.

Unsere zwei Bäume nehmen wir in Augenschein, sie sehen gut aus. Wir bezahlen sie und den sauteuren Transport im Lastwagen, am nächsten Morgen um 8 Uhr stehen sie bereits in Pattaya vor der Tür. Mit dem angemieteten Löffelbagger pflanzen wir sie ein und können bereits Muskatnüsse ernten.

Und wir brauchen dringend eine Pause.

Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an hansfritschi1957@gmail.com oder besuchen Sie seine Webseite www.discovery-garden.net oder Facebookseite.


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