Ein Fest der Frömmigkeit und guten Taten

Makha Bucha zählt zu den wichtigsten buddhistischen Feiertagen

Mit einem Gebet werden Blumen, Räucherstäbchen und eine brennende Kerze dreimal um den Tempel getragen. Foto: epa/Narong Sangnak
Mit einem Gebet werden Blumen, Räucherstäbchen und eine brennende Kerze dreimal um den Tempel getragen. Foto: epa/Narong Sangnak

THAILAND: Am Montag, 22. Februar wird in den buddhistischen Tempeln des Landes der Makha-Bucha-Tag gefeiert. Dieser gesetzliche Feiertag fällt immer auf den Vollmondtag des dritten Mondmonats im traditionellen thailändischen Kalender, der zwischen der letzten Woche im Februar und der ersten Woche im März liegen kann. Banken, Regierungsgebäude sowie vielerorts ganze Betriebe bleiben dann geschlossen. Der Verkauf von Alkohol ist strengs­tens untersagt.

Der Makha-Bucha-Tag erinnert an eine Wundererscheinung: 1.250 Schüler Buddhas waren spontan zusammengekommen, um Buddha neun Monate nach Erreichen seiner Erleuchtung predigen zu hören. Sie kamen zur selben Zeit zusammen, am selben Tag, ohne sich vorher untereinander verabredet zu haben. Diese Predigt nennt man heute „Patimokkha-Ermahnungen“, die sich hauptsächlich an die ordinierten Mönche richten. In „Dhamma for Everyone“ (www.accesstoinsight.org/lib/thai/lee/everyone.html) fasste Ajahn Lee Dhammadharo diese Leitlinien in sechs Punkten zusammen:

Anūpavādo: Nicht verunglimpfend, nur Gutes über Dritte reden.

Anūpaghāto: Nicht verletzend, man sollte sich selbst nicht erlauben, andere zu hassen, stattdessen sollte man sich in Metta (Freundlichkeit, aktives Interesse an Anderen, Liebe, Freundschaft, Sympathie) üben.

Pāṭimokkhe ca saṃvaro: Beschränkung im Einklang mit der Pathimokkha. Man sollte sich so verhalten, dass man beständig nahe am Eingang zum Nirvana lebt, indem man die Fünf Tugendregeln oder sogar die Acht Tugendregeln beachtet.

Mattaññutaa ca bhattas­miṃ: Mäßigung beim Essen. Ajahn Lee betrachtet die Gier und Selbstsucht als Quelle des Terrorismus. Als Ausweg möge man alles was man erhält, mit anderen teilen (Dana).

Pantañca sayan'āsanaṃ: Leben in der Abgeschiedenheit. Man sollte sich an einem ruhigen Ort niederlassen, um Körper und Geist zu beruhigen. Hilfreich ist Meditation.

Adhicitte ca āyogo: Bekenntnis zur hohen Geistesschulung. Man möge nicht selbstgefällig sein. Geduld und Zurückhaltung zu üben ist gleich einer hohen Geistesschulung.

Etaṃ buddhāna-sāsananti: Das ist die Lehre Buddhas. Das Erlöschen von Leiden und Begierde bedeutet die höchste Erkenntnis.

Das Makha-Bucha-Fest steht im Zeichen der Frömmigkeit und der guten Taten. Die Gläubigen spenden den Mönchen reichhaltig Essen, hören den Predigten der Mönche zu und lassen gefangene Tiere (Vögel, Fische) frei. Die Mönche segnen die Gläubigen nach den Predigten und Gebeten mit Wasser. Der Höhepunkt in den vielen Tempeln des Landes beginnt in der Regel nach Sonnenuntergang mit einer Kerzen-Prozession. Dabei werden von den Gläubigen Blumen, Räucherstäbchen und eine brennende Kerze dreimal um den Tempel mit einem Gebet getragen, wobei Mönche vorne an gehen.

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