Duterte spricht sich für muslimische Autonomieregion aus

 Der philippinische Staatschef Rodrigo Duterte. Foto: epa/Mark R. Cristino
Der philippinische Staatschef Rodrigo Duterte. Foto: epa/Mark R. Cristino

MANILA (dpa) - Der philippinische Staatschef Rodrigo Duterte will trotz gewaltsamer Zusammenstöße an der Schaffung einer autonomen muslimischen Region im Süden des Inselstaates festhalten.

Duterte wurde am Montag ein neuer Entwurf eines Gesetzes vorgelegt, dass die Schaffung der autonomen Region Bangsamoro in Mindanao vorsieht. «Ich bin dafür», sagte er. Dies sei ein wichtiger Schritt, um Jahrhunderte von Hass und Ungerechtigkeit zu beenden.

Die Pläne gehen auf ein Friedensabkommen aus dem Jahr 2014 zwischen Dutertes Amtsvorgänger Benigno Aquino und den Rebellen der Moro Islamischen Befreiungsfront (Milf) zurück. Die Gründung Bangsamoros hätte ursprünglich bis Ende 2016 umgesetzt werden sollen. Der Entwurf wurde um die Standpunkte anderer Rebellen und indigener christlicher Gruppen ergänzt. Auf Mindanao besteht bereits eine autonome Region. Muslimische Gruppen kritisieren jedoch, dass diese stark von der Zentralregierung abhängig sei und daher nicht wirklich autonom.

Seit knapp acht Wochen liefern sich Regierungstruppen und islamistische Rebellen Gefechte um die Großstadt Marawi auf Mindanao. Dabei wurden inzwischen knapp 600 Menschen getötet. Das von Duterte Ende Mai verhängte Kriegsrecht über die Region Mindanao läuft am 21. Juli aus. Der Staatschef will in einer Sondersitzung des Parlaments am Samstag eine Verlängerung debattieren.

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