Diplomatie statt Gewalt – Statt Hass zu säen, Freude schenken

Eine Religion, die in ihren Grundrechten Gewalt akzeptiert, ist keine Religion, sondern eine Diktatur. Wenn wir weit zurückschauen, dann wissen wir, dass alle Religionen Gewalt angewendet haben, um an die Macht zu kommen oder um diese zu erhalten.

Das war so bei uns im Mittelalter, als alle verbannt oder verbrannt wurden, die sich nicht dem Diktat der Kirche unterwerfen wollten. Bis heute ist es so bei den Islamisten, die alle „Ungläubigen“ töten wollen. Und dafür nehmen einige den eigenen Tod auf sich, um als Märtyrer ins Paradies einzuziehen. Wir können das nicht stoppen, höchstens weitere Hilfskräfte einsetzen, um den Terror einzugrenzen. Und je mehr der IS an Einfluss verliert, umso mehr werden Einzelkämpfer hervortreten, die, wo auch immer, Hunderte an unschuldigen Menschen mit sich in den Tod zu reißen versuchen.

In unserem Rechtstaat gilt das Gewaltmonopol ausschließlich für den Staat. Leider gibt es aber auch häusliche Gewalt. In meiner Kindheit war das Schlagen durch die Lehrer noch alltäglich. Ich habe das reichlich erfahren und immer vermutet, diese Erzieher haben nur deshalb diesen Beruf ergriffen, um straffrei ihren Sadismus auszuleben. Das ist zum Glück vorbei, aber in diversen Vereinen, in kirchlichen Einrichtungen oder in Familien sind Gewalt und Missbrauch immer noch „normal“. Islamische Mitbürger verheiraten ihre Töchter auch gegen deren Willen, und wenn sie vor der Diktatur ihrer Familien fliehen, werden sie verfolgt und ermordet, weil sie Schande über ihren Clan gebracht haben.

Gewalt bestimmt das Leben vieler Menschen weltweit. Und dennoch ist es gelungen, dass in Europa mit wenigen Ausnahmen seit über 70 Jahren Frieden herrscht. Offensichtlich haben die Politiker begriffen, dass es besser ist, mit Diplomatie statt mit Waffen zu argumentieren. Meiner Ansicht nach wäre die Abkehr vom alles beherrschenden Kapitalismus ein erster Schritt, denn der führt uns in eine Welt, der heute schon der Geruch des Untergangs entgegenweht. Statt Gewalt sind Kompromisse gefragt, statt Aggressivität Humanität. Von der Kraft des Stärkeren hatten die Menschen sich im Laufe ihrer Entwicklung entfernt und Gemeinschaften entwickelt, weil sie einsahen, dass gegenseitige Unterstützung für sie von Nutzen war. Aber irgendwann zerfiel dieser Gemeinschaftssinn und wich der Gier. Einige rafften zusammen was immer es gab, andere opferten sich auf als Samariter, und so ist es bis heute geblieben. Der Stamm „Nimm“ steht dem Stamm „Gib“ unvereinbar und ohne Chance auf einen Kompromiss gegenüber. Egoisten sind in der Mehrzahl. Deshalb sind sie auch mächtiger und bestimmen weitgehend das Geschehen auf dieser Welt. Ein bescheidenes Beispiel: Meine Freunde schauen oft ratlos oder befremdet, wenn ich den Behinderten oder Bettlern ein kleines Scheinchen überreiche. Das nimmt mir nichts, ihnen aber hilft es vielleicht beim täglichen Kampf ums Überleben. Und ich frage mich: Wie sähe Pattaya heute aus, wenn es nicht die humanitären Organisationen gäbe, die Straßenkinder einsammeln, um ihnen eine glückliche und gewaltfreie Kindheit zu schenken und Bildung, die es ihnen ermöglicht in ihrer Zukunft ein selbstbestimmtes, finanziell unabhängiges Leben zu führen. Altruisten werden oft belächelt, als unbedarfte Idealisten angesehen, die anderen helfen ein gutes Leben zu führen, während sie für sich selbst kaum Geld ausgeben. Dummes Zeug! Sie geben etwas ab von ihrem Überfluss. Ähnlich die Thais, die Geld und Gold spenden für Mönche und für die Tempel Buddhas. Allerdings erwarten oder erhoffen sie, ihr „Tambun“ wird ihnen im nächsten Leben zu einer glücklicheren Existenz verhelfen. Nicht viel anders verhält es sich mit dem Bibelwort „Geben ist seliger denn nehmen“. Auch dieses Jesus-Zitat weist darauf zurück, dass dem Geber etwas zurückgegeben wird. Außerdem fühlt der Gebende sich auch besser. Nichts bekomme ich zurück, wenn ich Blut spende, erst recht nicht, wenn ich nach meinem Tod meine Organe dafür spende, damit andere todkranke Menschen dadurch überleben können. Ich schenke, verschenke und spende gerne, um anderen eine kleine Freude zu machen. Da ich weiß, dass alles was ich besitze mir nur auf Zeit anvertraut ist, kann ich mich leicht davon trennen. Egoisten wissen gar nicht, welche Glücksmomente ihnen durch ihr Verhalten entgehen, wenn sie nur darauf bedacht sind, ihren Besitz zu schützen und zu erweitern. Innerlich nenne ich sie oft „arme Schweine“, denn sie kennen nur eine Hälfte der Welt, die andere ist ihnen verschlossen. Aber auch ihnen mache ich gerne kleine Geschenke. Nicht wegen des Sprichwortes „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“ sondern in der Hoffnung, dass sie irgendwann einmal einsehen, selbst etwas für andere zu tun. Bisher war mein Engagement in dieser Hinsicht nicht besonders erfolgreich. Aber ich gebe nicht auf. Irgendwo im Hirn dieser Egoisten muss es doch eine versteckte Ecke geben, in der Mitleid und Hilfe darauf lauern, endlich frei zu werden, um sich auszutoben, um Glückshormone dafür einzufangen. Das Hirn schüttet Dopamin aus, fast vergleichbar wie Drogen. Es bereichert das Leben. Ich möchte darauf nicht verzichten.

Machen auch Sie sich glücklich, indem Sie anderen oder ärmeren Menschen etwas schenken. Letztlich schenken Sie es sich selbst. Auf eine schöne Adventszeit!

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