Desmond Tutu fordert von Suu Kyi Einsatz gegen Gewalt

 Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi bei einem Treffen am 26. Februar 2013 in Myanmar. Foto: epa/Lynn Bo Bo
Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi bei einem Treffen am 26. Februar 2013 in Myanmar. Foto: epa/Lynn Bo Bo

JOHANNESBURG (dpa) - Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu hat Myanmars Regierungschefin Aung San Suu Kyi in einem drastischen Appell aufgefordert, sich für ein Ende der Gewalt gegen die muslimische Minderheit der Rohingya einzusetzen. Bilder und Berichte über den «Horror» im Norden Myanmars erfüllten sein Herz mit «Schmerz und Furcht», erklärte der frühere Erzbischof von Kapstadt. Suu Kyi müsse einschreiten und ihr Volk wieder auf den Pfad der Gerechtigkeit zurückführen, erklärte der 85-jährige frühere Anti-Apartheid-Kämpfer, der sich zuletzt nur noch selten zu politischen Themen geäußert hat.

Suu Kyi war 1991 für ihren Kampf gegen das Regime in Myanmar mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. In seinem an die Botschaft Myanmars adressierten Brief vom Donnerstag appellierte Tutu an Suu Kyi, sich für die verfolgte Minderheit einzusetzen: «Wenn der politische Preis ihres Aufstiegs zum höchsten Amt in Myanmar Schweigen ist, dann ist es gewiss ein zu hoher Preis.»

Suu Kyi machte indes «Terroristen» für die neue Welle der Gewalt verantwortlich. Nach UN-Angaben sind in den vergangenen Tagen mindestens 123.000 Rohingya ins Nachbarland Bangladesch geflohen. Suu Kyi führt in dem mehrheitlich buddhistischen südostasiatischen Land seit vergangenem Jahr als «Staatsrätin» praktisch die Regierung.

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Leserkommentare

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Dracomir Pires 10.09.17 08:15
STIN Manfred Fischer
Warum kein moslemisches Land seine Glaubensbrüder aufnimmt? Weil sie den Islam in alle Welt exportieren wollen - und nicht importieren.
STIN Manfred Fischer 08.09.17 22:02
Aung San Suu Kyi
Ich denke nicht, das Suu Kyi - auch wenn sie möchte - hier eingreifen kann. Sie würde sich nicht nur gegen die Armee stellen, sondern wohl auch gegen die Mehrheit ihres Volkes. Ebenso gegen viele buddhistische Mönche. Um das Problem endgültig zu lösen, müsste die UN eingreifen und Bangladesh, Malaysia, Indonesien auffordern, soviele Flüchtlinge wie möglich aufzunehmen. Dazu müssten diese Länder UN-Hilfe bzw. internationale Hilfe erhalten. Warum bietet kein mosl. Land denen Zuflucht? Schwer zu verstehen......