Chinesische SUV-Marke Wey hat ehrgeizige Pläne

Foto: epa/Stringer
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FRANKFURT/MAIN (dpa) - Die aufstrebende chinesische SUV-Marke Wey hat ehrgeizige Pläne und will in drei bis vier Jahren auch auf den wichtigen Automärkten in Europa und USA vertreten sein.

«Wir wollen bis zum Jahr 2020 rund 400.000 Autos verkaufen», sagte der deutsche Wey-Vorstandschef Jens Steingräber am Mittwoch auf der IAA in Frankfurt der Deutschen Presse-Agentur. Wey ist bisher in China auf dem Markt und eine Tochter des Konzerns Great Wall. In diesem Jahr hat der Hersteller ein Absatzziel von 80.00 Fahrzeugen.

Wey will Kunden mit «Luxus»-SUV zu günstigen Preisen locken. «Wir können und wollen uns bei der Qualität mit den Besten messen: den deutschen Autobauern», sagte Steingräber. Die Wey-Autos seien aber günstiger. «Wir rollen das Feld von hinten auf.» Die Chinesen haben bisher nur Benziner im Angebot, wollen aber bald einen Plug-in-Hybrid und im nächsten Jahr ein Elektroauto anbieten.

Der 58-jährige Steingräber war von Audi zu dem chinesischen Autobauer gewechselt. Zur deutschen Diesel-Debatte meinte er: «Ich finde, die Debatte wird überzogen geführt.» Sie beschädige das Image der deutschen Autobauer. Die Autoindustrie dürfe nicht zum politischen Spielball werden. «Ich muss immer ein wenig lächeln, wenn ich aus China die deutsche Debatte über die Schadstoffbelastung betrachte. In China ist die Luftverschmutzung viel höher.»

Die viel diskutierten Verkaufs-Quoten für Autos mit elektrischen Antrieben würden im nächsten Jahr in China kommen, sagte Steingräber. «Die Chinesen müssen vorangehen wegen der viel höheren Umweltbelastung. Der Leidensdruck ist in China am höchsten.»

Great Wall hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, weil der Konzern an einer Übernahme der Fiat-Chrysler-Marke Jeep Interesse gezeigt hatte. Steingräber sagte, Jeep würde als SUV-Marke gut zu Wey passen und den Eintritt in den US-Markt erleichtern. «Great Wall will internationaler werden.» Great-Wall-Gründer und Vorstandschef Wei Jianjun, der sich Jack Wey nennt, habe den nötigen finanziellen Spielraum. «Es hat aber noch keine Gespräche auf Top-Level gegeben.»

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