Bananenblätter schneiden für unsere Gänse

Gelbe Stachelbeerguaven, gehörnte Melonen, Topinambour und blühende Avocados

Unsere „Booth 7“-Avocados blühen eben wieder, das ist eine besonders produktive und leckere Sorte. Fotos: hf
Unsere „Booth 7“-Avocados blühen eben wieder, das ist eine besonders produktive und leckere Sorte. Fotos: hf

Ich habe einen neuen Job gefasst: Jeden Tag schneide ich 10 oder 20 Bananenblätter ab und dann klein: Bestes Grünzeug für die sehr anspruchsvollen und ziemlich lauten Gäste im „Hotel Hans“.

3 bis 4 Kilo Bananenblätter fressen die Gänse täglich.
3 bis 4 Kilo Bananenblätter fressen die Gänse täglich.

Die Gänsezucht entwickelt sich zum Erfolg. Wir hatten einmal sechs Gänse, dann zwölf, inzwischen sind es mehr als fünfzig. Ständig „vögeln“ unsere sexbesessenen Ganter, da kommt es auch einmal zu einem „flotten Dreier“, das sieht manchmal ziemlich brutal aus, wenn sie es da zusammen im Wasser treiben, und das Weibchen während des Geschlechtsaktes unter Wasser gedrückt wird und dabei scheinbar fast ertrinkt.

Neue Teiche werden da erstellt

Dies ist eine Sonnenblume mit guter, essbarer Knolle.
Dies ist eine Sonnenblume mit guter, essbarer Knolle.

Wir haben ein paar neue Teiche erstellt, mit flachem Rand, weil wir ein paar Gänslein durch Ertrinken verloren hatten. Neu, fassen wir die Jungtiere – nach kurzer Zeit langweilen sich die meisten Mütter mit ihren Kindern, verlassen sie und kehren zu ihrem so anziehenden Sexpartner zurück - zu Gruppen von etwa zehn Stück zusammen, die gewissermaßen einen neuen Clan bilden. Bringt man zwei solche Clans in eine Umzäunung, bekämpfen sie sich gegenseitig ziemlich brutal, das wollen wir nicht.

Und wir wollen auch nicht mehr als fünzig Gänse haben. Denn ständig legen irgendwelche neue Eier, in der Regel etwa 12 Stück. Davon unterlegen wir der Mutter in spe jeweils 6 für die Naturbrut, die anderen 6 kommen in den Inkubator. Ständig gibt es neue Jungtiere, die Gänse übernehmen demnächst den Discovery Garden Pattaya. In etwa einem Monat werden wir dann die ersten schlachten, wenn sie etwa 7 Monate alt sind.

Gelbe Stachelbeergua­ven werden erstmals reif.
Gelbe Stachelbeergua­ven werden erstmals reif.

Ob ich das selber kann, weiß ich noch nicht, aber sonst greifen wir zu Trick 17 C: Die Thai-Buddhisten sollten ja auch keine Tiere töten, sie beschäftigen deshalb häufig muslimische Metzger und kaufen dann das tote Tier oder einen Teil davon, was dann offenbar nicht aufs Karma schlägt… So oder ähnlich werden wir im „Hotel Hans“ wohl auch verfahren.

Nicht genug Futter gibt es hier!

Wenn Sie das „Hotel Hans“ auf Thai aussprechen klingt das wie „hotel han“, han bedeutet Gans. Wir kommen uns manchmal vor wie das Personal unserer anspruchsvollen Gäste, unserer Gänse, ständig scheinen sie zu reklamieren:

„Der Service ist lausig!“

„Der Fraß ist mies!“

„Hier gibt es viel zu wenig zu beißen!“

Obwohl wir uns doch wirklich sehr redlich bemühen. Jeden Morgen und Abend servieren wir besten Maisbrei, manchmal angereichert mit Kartoffelschalen, Reis, altem Brot und für die ganz Kleinen kommen noch gesottene Hühnereier hinein. Dann servieren wir IHNEN ständig köstliches Gras und neuerdings auch noch kleingeschnittene Bananenblätter. Sie putzen alles weg und die verschiedenen Clans sind furchtbar futterneidisch.

Wir haben ein paar neue Teiche erstellt, mit flachem Rand.
Wir haben ein paar neue Teiche erstellt, mit flachem Rand.

Nach all der Mühe, denke ich, haben wir einen fetten Gansbraten durchaus verdient.

Pünktlich im Februar haben die veredelten Avocados zu blühen angefangen, wir hoffen auf eine reiche Ernte etwa ab August, auch der aus Samen gezogene Baum in Nong Khai entwickelt jede Menge Blüten.

Auch erste gelbe Stachelbeerguaven konnten wir ernten, sie sind etwa drei Mal so groß wie die Roten und natürlich sind die Samen bereits eingetopft. Und der Tobinambour (Helianthus tuberosus) blüht, bin gespannt auf die essbare Knolle, die sehr delikat sein soll.

Und last, but not least: vor zwei Wochen habe ich hier die ersten Blüten von Kiwano, der gehörnten Melone, vermeldet und nun bilden sich bereits erste Früchte!

Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an hansfritschi1957@gmail.com oder besuchen Sie seine Webseite www.discovery-garden.net oder Facebookseite.

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