Aufräumarbeiten nach Bergsturz dauern noch Jahre

Foto: epa/Gian Ehrenzeller
Foto: epa/Gian Ehrenzeller

BONDO (dpa) - Die Aufräumarbeiten nach dem gewaltigen Bergsturz in dem Schweizer Ort Bondo werden wohl noch Jahre dauern. Eine rasche Rückkehr für die Bewohner sei nicht möglich, informierten die Behörden im Kanton Graubünden am Dienstagabend. Die Rekonstruktion des kleinen Ortes könne mehr als vier Jahre brauchen.

Einsatzkräfte waren am Dienstag mit schwerem Gerät im Einsatz. Nach dem Felsabbruch hatte eine Geröll- und Schlammlawine garagengroße Gesteinsbrocken bis an den Ortsrand geschoben. Räumtrupps mussten die Brocken zunächst zerkleinern, um sie abtransportieren zu können.

Am 3.369 Meter hohen Piz Cengalo waren am 23. August vier Millionen Kubikmeter Gestein abgebrochen und ins Tal gestürzt. Es folgte eine Gerölllawine, die kilometerweit ins Tal rutschte. Acht Wanderer waren in dem Unglücksgebiet vermisst gemeldet worden, darunter vier aus Baden-Württemberg. Die Polizei stellte die Suche nach ihnen am Wochenende ein und geht davon aus, dass sie ums Leben kamen.

Die Aufräumarbeiten sind gefährlich. Geologen befürchten weitere Felsabbrüche. Rund eine Million Kubikmeter Gestein seien nicht mehr stabil. Das ist nach Angaben des Amtes für Wald und Naturgefahren zu viel zum Sprengen. Wann sich das Gestein löst, weiß niemand.

Bereits zwei Tage nach dem Bergsturz war erneut Stein abgebrochen und hatte die Geröllmasse bei Bondo erneut ins Rutschen gebracht. Dabei wurde ein Bagger fortgerissen. Der Baggerführer war zu dem Zeitpunkt nicht im Führerhäuschen. Die Polizei warnte Einwohner per Twitter vor einer geplanten Sprengung in der Nähe von Bondo. Mit dem Bergsturz habe das nichts zu tun, erklärte sie.

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