Amnesty: Indonesien geht immer härter gegen Drogenszene vor

 Indonesiens Anti-Drogen-Kräfte bei der Festnahme eines verdächtigen Drogenschmugglers in Anyer, Banten-Provinz, Indonesien. Foto: epa/Str
Indonesiens Anti-Drogen-Kräfte bei der Festnahme eines verdächtigen Drogenschmugglers in Anyer, Banten-Provinz, Indonesien. Foto: epa/Str

JAKARTA (dpa) - In Indonesien sind nach einem Bericht von Amnesty International in diesem Jahr bereits 60 mutmaßliche Drogenhändler von der Polizei getötet worden - mehr als drei Mal so viel wie im gesamten Jahr zuvor. Die Menschenrechtsorganisation warnte am Mittwoch davor, dass sich die indonesischen Behörden ein Beispiel an den Philippinen nehmen. Dort geht Präsident Rodrigo Duterte mit äußerster Härte gegen tatsächliche und vermeintliche Drogenkriminelle vor.

Der Generalsekretär von Amnesty in Indonesien, Usman Hamid, sprach von einer «schockierenden Eskalation». «Die Behörden müssen sich daran erinnern, dass jeder - auch Leute, denen Drogenvergehen zur Last gelegt werden - ein Recht auf Leben hat, das zu allen Zeiten respektiert werden muss.» Im vergangenen Monat hatte Indonesiens Präsident Joko Widodo angeordnet, dass die Polizei «gnadenlos» auf Drogenhändler schießen soll, die sich einer Festname widersetzen. 2016 tötete die indonesische Polizei 18 Drogenkriminelle.

Auf den Philippinen hatte Duterte nach seinem Wahlsieg im vergangenen Jahr der Drogenszene den «Krieg» erklärt. In den vergangenen zwölf Monaten wurden nach Schätzungen von Menschenrechtlern bereits mehr als 7.000 Menschen getötet, die mit Drogen zu tun gehabt haben sollen. Duterte brüstete sich damit, vor seiner Zeit als Präsident auch selbst Kriminelle getötet zu haben.

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