Alain Berset nächster Schweizer Bundespräsident

Foto: epa/Hendrik Schmidt
Foto: epa/Hendrik Schmidt

BERN (dpa) - Der Schweizer Sozial- und Innenminister Alain Berset (45) ist zum Bundespräsidenten für das nächste Jahr gewählt worden. Der Politik- und Wirtschaftswissenschaftler, der ein Jahr im Hamburger Stadtteil St. Pauli lebte, löst Umwelt- und Verkehrsministerin Doris Leuthard in diesem Amt ab. Die sieben Mitglieder der Schweizer Regierung wechseln sich traditionell im Jahresturnus im Amt des Bundespräsidenten ab. Sie nehmen die zeremonielle Aufgabe zusätzlich zu ihrem Ministeramt wahr. Die Wahl ist Formsache.

Der frankophone Sozialdemokrat Berset gilt als guter Kommunikator, der sich bei offiziellen Terminen gerne unter das Volk mischt. Er kam im Jahr 2000 als Gastforscher an das HWWA-Institut für Wirtschaftsforschung in Hamburg, um deutsch zu lernen. «Französisch ist für mich die Sprache der Emotion. Auf Deutsch bin ich analytischer, und es erlaubt mir, vielleicht ab und zu mit weniger Emotionen einen Gedanken zu entwickeln und einfacher Ordnung in die Ideen zu bringen», sagte er der «Zeit» in einem Interview.

Berset stand in diesem Jahr mit der in seinem Ministerium ausgearbeiteten Reform der Altersvorsorge im Rampenlicht. Unter anderem sollte die Rente für Frauen von 64 auf 65 Jahre steigen. Die Reform scheiterte aber bei einer Volksabstimmung. Berset bleibt neben dem Präsidentenamt Sozial- und Innenminister und will einen neuen Reformvorschlag auf den Tisch legen.

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Leserkommentare

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Norbert Kurt Leupi 12.12.17 20:32
Neuer Bundespräsident
Trotz der Formsache oder Tradition in der Schweiz, dass jeder Minister/in mindestens einmal Bundespräsident/in ,je nach Amtszeit die er im Bundesrat absolviert , wird , muss er /sie höhere Massstäbe an sich legen , muss Vorbild sein , wenn die Demokratie Bestand haben will ! Mit dem Demokrat Alain Berset wird das auch gelingen ! Félicitations !