Abstimmung über neues Geldsystem

Foto: epa/Peter Klaunzer
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BERN (dpa) - Die Schweizer können über eine fundamentale Änderung ihres Banken- und Geldsystems abstimmen. Die Bundesregierung in Bern hat am Mittwoch die Volksabstimmung über die sogenannte Vollgeld-Initiative für den 10. Juni zugelassen. Diese will, dass künftig alle Franken physisches Geld der Nationalbank sind. Zugleich soll das im Banken- und Kreditsystem übliche elektronische Buchgeld eingeschränkt werden. «Die wichtigste positive Auswirkung ist, dass die Guthaben auf Zahlungskonten genauso sicher wie Bargeld werden. Deshalb ist der Staat nicht länger gezwungen, in Schieflage geratene Banken zu retten», schreiben die Initiatoren.

Finanz-Experten sehen den Vorstoß äußerst kritisch. Die Kreditvergabe, die im Wesentlichen auf Buchgeld beruhe, würde massiv erschwert. Außerdem könne der Wert des Franken leiden. Regierung und Parlament haben sich eindeutig gegen die Initiative ausgesprochen und sie als riskantes Experiment bewertet. Die Schweiz wäre die erste moderne Volkswirtschaft, die zu einem Vollgeldsystem wechseln würde. Hinter dem Volksbegehren steht der Verein Monetäre Modernisierung.

Im gängigen Finanzsystem existiert nur ein kleiner Teil des Geldes tatsächlich in Form von Münzen und Geldscheinen. Buchgeld entsteht zum Beispiel, wenn Banken Kredite vergeben. So lassen sich größere Zahlungen schnell von Konto zu Konto verrechnen.

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