1,1 Kilogramm Kokain geschluckt

Symbolbild: Fotolia.com
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FRANKFURT/MAIN (dpa) - Weil er mit rund 1,1 Kilogramm Kokain in außergewöhnlich hoher Konzentration auf dem Flughafen erwischt wurde, ist ein Mann vom Landgericht Frankfurt am Main zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

Der kleine und hagere 36-Jährige aus Brasilien hatte es fertiggebracht, in seiner Heimat innerhalb von nur 30 Minuten 104 Behälter mit Kokain mit einem Reinheitsgehalt von knapp 94 Prozent für den Flug nach Europa zu schlucken. Ursprünglich sollte das Rauschgift nach Izmir für den türkischen Drogenmarkt weitertransportiert werden. Vor Gericht legte er ein umfassendes Geständnis ab. Strafverschärfend wertete das Gericht am Mittwoch vor allem die gute Qualität und die große Menge der Droge.

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Leserkommentare

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Heinz 17.05.18 23:10
Es zeigt sich eindeutig. Die weltweite Prohibitionspolitik mit ihren Gesetzen und hohen Strafandrohungen greifen nicht, sonst hätten wir genau diese Situation nicht. Dem illegalen Handel mit ihren exorbitanten Gewinnen sind Tür und Tor geöffnet, weil noch viele Staaten sich weigern, dem Problem anders zu begegnen als mit Polizei, Gefängnis und Galgen. Die Drogenhändler soll’s freuen, den durch diese Politik sind «staatlich subventionierte Wucherpreise» garantiert. Dieser Mann wurde mit 1,1kg Kokain erwischt und es ist anzunehmen, dass dieses Kilo lediglich ein Krümmel dessen ist, was hierzulande unentdeckt an Drogen umhergeschoben wird. Ich bin kein Befürworter von Drogen egal welcher Art, aber diesem Problem kommt man mit herkömmlichen Mitteln nicht bei. Man muss nach über 50-jährigem Irrtum in der Drogenpolitik andere Wege beschreiten, sonst wird in den nächsten fünfzig Jahren "alles beim Alten" bleiben. Riesengewinne für die Mafia, exorbitante Prohibitionskosten für die Allgemeinheit.